Alle Theorie ist grau. Die Fragen wurden trotzdem nach bestem Wissen und Gewissen beantwortet.
Die Antworten sind zum Teil recht ausschweifend und für Laien ein richtiger „Augenöffner“. Das ist auch so beabsichtigt. Mit diesem theoretischen Wissen ist einmal eine Basis gelegt, um das Thema Selbstverteidigung auch der Allgemeinheit näher zu bringen. 

Was nützt mir SV(Selbstverteidigung) im normalen Leben ?

In der SV Trainierende  bekommen mit der Zeit ein wesentlich besseres Gespür für Situationen.
Weiters ist die physische Durchsetzungsfähigkeit mit der mentalen sehr eng verknüpft. Dies wirkt sich in einem positiven Auftreten und der einhergehenden  Selbstsicherheit aus, welche man unwillkürlich ausstrahlt. Durch diese Haltung kann man schon viel Ärger im Vorfeld abwenden, noch bevor Selbstverteidigung überhaupt notwendig wird.

Aber ich bin doch sowieso immer freundlich und nett und gehe jedem Streit aus dem Weg ?

Das hoffe ich doch. Diese Lebenseinstellung ist auch durchaus zu begrüssen. Wenn das immer funktionieren würde, bräuchte man auch keine SV. Noch einmal: Diese Zugangsweise ist in einem nach westeuropäischem Standard geprägten, sozialen Umfeld usus und durchaus begrüssenswert.
Dennoch gibt es Schichten, die mit diesem Habitus überhaupt nichts anfangen können oder wollen.

Im Gegenteil, interpretiert manches Gegenüber Freundlichkeit oder kooperatives Verhalten oftmals als Schwäche. Oder wenn jemand keine „klare Ansage“ macht, dies als Aufforderung zu einem Angriff. Oder zur Übernahme der Führungsrolle in der Situation. 
Ausserdem merkt ein Gegenüber mit nicht so freundlichen Absichten relativ schnell, ob mit der verbalen Distanzierung schon das Ende der Fahnenstange erreicht ist. Sprich, das „Opfer“ versucht mit allen Mitteln, bedingungslos kooperativ zu sein und vertritt demnach auch keinen Standpunkt. Dadurch ist weiters auch keine Wehrhaftigkeit und Selbstsicherheit zu erwarten. 
Dies ist für den Angreifer ein wichtiger Hinweis, daß er auf dem „richtigen Weg“ ist und ein ideales Opfer gefunden hat.

Oder anders ausgedrückt: Irgend jemand anderer hat schon vorher die Arbeit für ihn gemacht. 
Darum wird in der SV so hart daran gearbeitet, Leute aus der Opferrolle zu bringen.

Es gibt auch Leute, welche beispielsweise einen länger anhaltenden Augenkontakt als Provokation und Rechtfertigung für einen Angriff interpretieren.
Stell dir vor, du gehst auf der Straße an 2 Leuten vorbei, und blinzelst mit den Augen durch eine plötzliche Sonnenstrahleinwirkung. Nach dem üblichen „was schaustn so….“ ist schon mal der Anfang gemacht und  eine unangenehme Situation gerade im Entstehen.
Auch mußt du wissen, wann du dich entschuldigen solltest. Eine Entschuldigung ist demnach auch ein Eingeständnis, welches das Gegenüber als Bestätigung für seine Aktionen ansehen kann.
Alles hat seinen Platz und Ort. So etwas kann man aber lernen. Beispielsweise in Workshops.

Es gibt natürlich auch Leute, welche sich in der Gruppe „wohler und sicherer“ fühlen. Die Überlegung ist an sich richtig. Nur die andere Seite interpretiert das meist messerscharf und richtig. Weil dadurch verlässt sich der einzelne auf die anderen. Und jene wiederum auf die anderen.
Sieh dir Video 1 noch mal an. Das ist so eine typische Situation.
Das Befremden der „Opfer“ äußert sich nachher meist in einem verdutzten „…der ist alleine auf uns 3 losgegangen…“.
Eine Überzahlsituation ist völlig nutzlos, wenn diese keinen Plan haben und sich nur auf ihre Präsenz verlassen.
Woher sollen sie auch wissen, wie das draussen funktioniert. Das lernt man nicht in der Schule oder auf der Uni.
Wie man damit umgeht, lernt man beispielsweise in jedem guten SV-Verein.
Dann haben die Leute auch grössere Chancen, eine Situation richtig einzuschätzen.
„..wir sind nett und höflich. Falls Streit entsteht, ziehen wir uns zurück..“ wird den Leuten meist eingehämmert. Nur was, wenn das nicht mehr möglich ist. Das kooperative Verhalten bei einem gewaltbereiten Gegenüber nicht mehr funktioniert ? Es gibt auch nicht therapierbare Gewalttäter. Deshalb wollen die Leute Lösungsansätze.  Wer übt das wirklich ? Da gibt es eigene Workshops dafür.
Fazit: Nett und freundlich zu sein, ist nie ein Fehler.
Zu Lernen, wann man es nicht mehr sein darf, dafür ist die SV da. 

Welches ist das beste Selbstverteidigungssystem ?

Kommt auf den(die) Trainer/in an. Immer. Ob die Person weiß, was sie macht. Wenn du dir unsicher bist, schau unter „Selbsttest“ noch mal kurz die Videos und Fragen  durch. Dies sind typische Szenarien, welche  Konfliktsituationen in freier Wildbahn widerspiegeln. Von Belästigungen, Schubsereien und Gerangel bis zu lebensbedrohlichen Situationen, welche mitunter harmlos anfingen und dann eskalierten, ist alles dabei.

Wird das vom Trainer thematisiert ? Das Training danach ausgerichtet ? Der allgegenwärtige Schockmoment und eventuelle körperliche Diskrepanzen berücksichtigt ? Lösungsansätze automatisiert, Optionen auch für die 54jährige Hausfrau und/oder einen absoluten Anfänger angeboten ? Wenn ja, bleib dabei. Egal, wie das System heisst. Ansonsten schau dich nach einem guten SV-Verein um.

Was lernt man in der SV ?

Die Abwehr von un(gesetzlichen)gerechtfertigten Angriffen auf Leib und Leben. Das kann eine Belästigung, eine Schubserei, ein Festhaltegriff oder eine Umklammerung sein. Ebenso gehören die Schlag.-und Trittabwehr , Bodenkampf, sowie Würgebefreiungen dazu. Schlussendlich wird mit der Waffenabwehr das Curriculum komplettiert.
Selbstredend werden alle Abwehraktionen so trainiert, daß der rechtliche Rahmen gewahrt bleibt.

In der SV gibt es keine Regeln, ist ein bisschen zu kurz gedacht. Draussen gibt es diese zwar nicht, aber dafür das Gesetz.  Dies ist der Maßstab und die Vorgabe für das SV-Training. Jedes gute SV-Training baut darauf auf und gibt den Trainierenden die entsprechenden Handlungsanweisungen mit auf den Weg. 

Gibt es einen „Plan“ in der SV ?

Ja. Auch wenn sich dieser einfach liest, steckt dahinter eine Menge Know How. Und vor allem ist dieser Plan universell und auf so ziemlich jede Situation anwendbar.

Aufmerksamkeit
Situationskontrolle
Proaktivität
ununterbrochener Angriff
Rückzug

Zu allen Punkten gäbe es viel zu sagen. Natürlich gibt es auch Abzweigungen von jedem Punkt. Abhängig von der Situation. Fakt ist, wenn der Trainierende erst einmal diese Punkte verinnerlicht hat, wird vieles in der SV klarer.
PS: Nur bei einer „Situation draussen“ ist dieser „Plan“ bis auf den letzten Punkt nicht anwendbar.

Ich möchte Kampfsport machen. Welcher ist der beste für SV ?

Jeder. Völlig egal. Nimm den, der am Besten zu deiner Physiognomie passt und der dir vor allem Spaß macht.
Natürlich gibt es vor allem durch die Medien immer wieder Trends. Es war alles schon einmal da. Nur vielleicht unter einem anderen Namen. Keiner weiß, was vor 150 Jahren modern war. Und die Leute leben auch nicht so lange. Deshalb kommt periodisch alles immer wieder an die Oberfläche und  wird den sportlichen Anforderungen angepasst.

In den 70ern war Kung Fu mit Carradine populär. In den 80ern Boxen mit Tyson, in den 90ern Aikido mit Seagal, zur Jahrtausendwende kamen die Gracies mit Brasilien Jiu Jitsu, dann MMA mit …keine Ahnung jetzt. Dazwischen noch Juck Norris mit Kickboxen, Wrestling  und was weiß ich noch. Wer weiß, was in 5 Jahren modern sein wird.

Und jeder hängt sich natürlich an seinen Idolen an. Nur steht von denen keiner mehr mit 54 im Ring oder kickt eine Pratze auf 4 Meter Höhe mit dem Fuß weg. Das macht man üblicherweise auf dem Höhepunkt seiner körperlichen Leistungsfähigkeit. Oder kennst du einen MMA-Kämpfer in seinen 50ern, welcher noch täglich wettkampfmäßig trainiert ? Und nie einen schlechten Tag oder eine Verletzung hat ? Ich kenne Kampfsportler, welche mit 45 schon eine neue Hüfte auf Grund der Verschleißerscheinungen  brauchten. Was machst du mit jemandem, der auf Grund seiner Arthrose nicht wirklich hart schlagen kann ? Dieser Mensch braucht genauso Optionen. Auch Personal in Krankenhäusern alleine auf Grund des immer mehr eingeforderten Selbstschutzes. Wie trainierst du Justizwachebeamte, welche ein aggressives Gegenüber neutralisieren müssen. In einer beengten 9m² Zelle ? Wie trainierst du Studenten, die am Wochenende Securitydienste machen und nun eventuell mit Waffengebrauch konfrontiert werden ? Was machst du mit Frauen, welche schon einschlägige, negative Erfahrungen durchlebten  und nun erst wieder ihr Selbstwertgefühl finden müssen ? Es gibt Leute mit Schlaghemmungen. Wie trainiert man diese ? Fast alle Anfänger kämpfen mit ihrer Rechtsunsicherheit, welche sich natürlich in ihren zögerlichen Aktionen widerspiegeln können. Alles berechtigte Fragen. Zugegeben, ein paar Themen sind spezieller Natur. Aber alle eint ein gemeinsamer roter Faden. Nämlich der Selbstschutz und die Eigensicherung, welche unter der SV subsummiert werden. Dafür ist sie da. 
Es ist schon gut, wenn jemand Kampfsport und SV trainiert. So sieht er wenigstens die Unterschiede und kann sich sein eigenes Bild machen. 

Kurz: Kampfsport ist für die Sportarena gemacht. SV für die Straße.

Wir machen neben dem Kampfsport immer eine halbe Stunde SV. Reicht das ?

Es ist zumindest ein Anfang. Meine persönlichen Erfahrungen diesbezüglich sind da sehr ambivalent. Weil natürlich die Trainingsausrichtung sich auf den jeweiligen Kampfsport fokussiert. Und demnach auch die Angriffsszenarien. Zudem sind die Konzepte komplett verschieden.
Ich habe Boxtrainer gekannt, die nach 3 Wochen Ausbildung SV angeboten haben. Ich will das hier nicht weiter kommentieren.
Grundsätzlich ist SV kein Anhängsel einer Kampfsportart, sondern ein eigenständiges Thema mit entsprechenden Verbänden und Ausbildungsinhalten. SV ist für die SV gemacht. Natürlich kannst du mit Boxen einen Teil abdecken. Aber eben nicht alles.

Sei dir immer bewußt was du trainierst. Was das Ziel ist. Weil danach sind auch die Übungen ausgerichtet. Und die sind in der SV nicht wirklich vergleichbar mit dem Kampfsport.

Ich gehe Boxen. Reicht das nicht für die Selbstverteidigung ?

Kommt darauf an, wen du fragst. Reicht die SV auch fürs Boxen ? Boxen ist ein fantastischer Sport, der mit seinen Schlagelementen eine solide Basis für die SV darstellt. Ausserdem fördert es die Fitness und die Willensstärke.
Bedenke jedoch, daß auf der Straße keine Handschuhe und Bandagen deine Hände schützen. Nicht mal im „Bareknuckle fight“ kämpfen die Kontrahenten ohne Bandagen. Weiters mußt du dich von der sportlichen Plattform trennen. Gewichts.-Alters,-und Geschlechtsunterschiede stellen da einmal die offensichtlichsten Diskrepanzen dar. Eventuelle Unterzahlsituationen oder Waffengebrauch sollten in den Konzepten weiters nicht vernachlässigt werden. Auch das fehlende Einverständnis zwischen Angreifer und Verteidiger spielt eine große Rolle. Somit stehen die Zielsetzungen in einem konträren Widerspruch. > Gewinnen und persönliche Sicherheit schließen sich zwar nicht aus, aber setzen zwei vollkommen unterschiedliche Konzepte zur jeweiligen Zielerreichung ein.  

Wenn du nur einen Hammer hast, sehen alle Probleme vor dir wie ein Nagel aus. Sieh dir die Videos und Fragen noch mal an. Entscheide selber, ob  da nicht  auch andere „skills“ besser für die entsprechenden Problemlösungen geeignet sind.

Fazit: Boxen (und auch jeder andere Kampfsport) bilden eine tolle Basis für den Trainierenden. Für die Selbstverteidigung müssen jedoch einige „weisse Flecken“ abgearbeitet werden. Kampfsport hat relativ wenig mit Straße zu tun. Sonst wäre ja jeder Kampfsportler „draussen“ der „King“. Straße ist eine komplett andere Baustelle. Sieh dir die Videos noch mal an.
Du kannst ja weiterhin Kampfsport neben der SV trainieren. Da spricht überhaupt nichts dagegen. Dies ist sogar zu begrüssen. Natürlich gibt es eine Schnittmenge, wo beides sich überkreuzen kann.
Ist so ähnlich wie bei einem Kraftdreikämfer und einem Bodybuilder. Für den Laien sieht das alles „gleich“ aus. Beide arbeiten viel mit Gewichten. Trotzdem sind deren Zielsetzungen, Ernährung und Trainings grundverschieden. Das selbe gilt für die SV und den Kampfsport.
Wenn du Boxen lernen willst, wirst du wahrscheinlich auch nicht in einen SV-Verein gehen wollen.
Naheliegenderweise besteht bei den verschiedenen  Kampfsportrichtungen zudem die Tendenz, immer nur das jeweilige Angriffsmuster zu beleuchten.
Als Boxer kommt er so, als Karateka so, als Ringer so, als MMAler so, als BJJler so, als Kickboxer so, als Judoka so, als WingTsun Mann so. Und dann kommt ein gänzlich Untrainierter und haut dir von der Seite einen Aschenbecher an den Kopf.  Oder einer passt dich draussen vor dem Lokal ab, indem er dich gleich mit dem Auto am Gehsteig niederfährt. (Passierte schon öfters in Wien. Würde mich ehrlich wundern, wenn das ein Einzelfall ist). Im Bjj gibt es keine Schlagkombinationen und im Kickboxen keinen Bodenkampf. Im MMA wird dies zwar abgedeckt, dafür gibts dort keine Unterzahlsituationen, keinen Waffengebrauch und keine eklatanten Gewichtsunterschiede. Bei 125 Kilo ist dort Schluss. Geschweige denn unterschiedliche Geschlechter, Altersgruppen, Überraschungsangriffe oder ansteckende Krankheiten. Von den Regeln, welche berechtigterweise jedwede Gewaltanwendung ausschliessen sollen, rede ich mal gar nicht. Du siehst, wo die Reise hingeht. Kampfsport ist schon gut und wichtig. Nur bring nicht dessen Muster und Parameter auf die Straße. Sondern adaptiere ihn für draussen.
Wenn du Boxen lernen willst, geh in einen Boxklub. Super.
Wenn du SV lernen willst, geh in einen SV-Verein. Super.
Wenn du beides machen willst, dann mach es. Auch super.
Wenn du in einem „Fight-Club“ bist, welcher auf die Fragen und Videos eingeht. Super. Simple as that.

Bereitet mich Sparring auf die Probleme in der Straße vor ?

Kommt wieder darauf an, wen du fragst. Szenarientraining bereitet dich auf jeden Fall darauf vor. Das können auch Mikroszenarien sein. Völlig egal. Sie sollten nur realistisch sein oder zumindest in die Richtung tendieren. Sieh dir die Videos noch mal an und du weißt, was gemeint ist.
Wenn du Sparring machen willst, spricht da nichts dagegen. Du kannst es natürlich auch explizit für die SV noch  adaptieren. Lass beispielsweise 2 Trainierende leicht sparren, wobei einer der beiden ein Messer (ohne daß der andere es weiß) einstecken hat.
Lass eine 50-Kilo Sekretärin  gegen einen 90-Kilo Mann sparren.  Einen 25-jährigen Bodybuilder gegen einen Karateka. Oder einen 53-jährigen mit Bluthochdruck, vorbelasteter Hüfte und 20 Kilo Übergewicht gegen einen fitten 20-jährigen antreten. Einen mit Sportschuhen und den anderen in Badeschlapfen sparren. Oder in Socken auf dem Parkettboden. Beide mit jeweils einem Fuß in einen Autoreifen steigen. Da gibt es genug Adaptierungen für die Straße.
Dann schau einmal, was passiert. Sei ehrlich. Sieht  nach allem möglichen aus, nur nicht nach einem fairen Sparring. Und nach Sport schon gar nicht. Eher so wie draussen, würde ich sagen.
Weitere Grundregel draussen: Es greift dich nur jemand an, wenn er sich im Vorteil wähnt. Es macht für die andere Seite auch überhaupt keinen Sinn, sich Gegner zu suchen. Die wollen nicht kämpfen, sondern  Ressourcen (Leib, Leben oder Eigentum). Die „Wiederherstellung der Ehre“ ist mittlerweile auch wieder stark in Mode gekommen. Es ist, wie es ist. Darum wird in der SV so viel daran gearbeitet, Leute aus ihrer Opferhaltung zu bekommen.
Das sogenannte „Fechten“ von 2 Kontrahenten, welches einem Ping Pong Spiel ähnelt, ist die absolute Ausnahme draussen. Das sind eher Ego Geschichten, wo man sich gegenseitig mittels einer Sportplattform messen will. Kennt man ja von früher am Schulhof. Oder von Filmen, wo die Kontrahenten vor das Lokal hinausgehen, um das zu regeln. Vergiss das.  Überlege selber: Was passiert in den ersten 6 Sekunden im Sparring ? Man begrüsst sich gegenseitig mit einer Verbeugung und einem freundschaftlichen Abklopfen der Handschuhe. Hat ein beiderseitiges Einverständnis, keinen Schockmoment, tänzelt mit gut 2 Meter Abstand voneinander herum, analysiert den Gegner und macht vielleicht einen Low kick oder eine Gerade. Und nach dem Sparring klopft man sich gegenseitig auf die Schulter. In einem sportlichen Kontext auch völlig richtig.  Was passiert bei einem „barfight“ in 6 Sekunden ? Alles. Danach ist es vorbei. Einer liegt am Boden und der andere stellt den Aschenbecher auf die Theke zurück oder macht gleich die Fliege.
Typische Auseinandersetzungen dauern draussen so um die 10 Sekunden. Nagel mich nicht fest, aber 3×3 Minuten sind es sicher nicht. Das funktioniert draussen nicht. Falls du so etwas siehst, ist es keine SV, sondern ein Wettkampf mit beiderseitigem Einverständnis. Merkt man ja auch gleich, falls einer unfair kämpft (Haare ziehen, Eier treten, Finger verbiegen, beissen…) wie die Umstehenden sich sogleich laut aufjohlend einmischen. Die wollen ein Duell sehen, wo beide fair kämpfen. Ein fairer Kampf setzt beiderseitiges Einverständnis voraus. Nur hat das nichts mit SV zu tun. In der SV gibt es nie ein Einverständnis zwischen den Parteien. 
Darum heißen die Kontrahenten im Kampfsport auch Gegner. Und in der SV Angreifer und Verteidiger. Das hat schon seine Berechtigung. Was ist daran fair, wenn ein 25-jähriger 100 Kilo Mann eine 48-jährige 50 Kilo Frau angeht ? Oder ein 70 Kilo Raufbold einen 110 Kilo Pazifisten angreift, welcher nicht mal eine Mücke erschlagen kann ?
In der SV gibt es nie ein beidseitiges Einverständnis. Daraus resultiert auch der allgegenwärtige Schockmoment (und die einhergehende flinch response oder das „zusammenzucken“) in SV-Situationen.
Der Angegriffene ist oftmals nicht einmal „ready“. Weil er vielleicht überrascht wurde oder die Situation falsch einschätzte. In der SV wird das üblicherweise auch trainiert, die „ersten 2 Sekunden Chaos“ einigermaßen abzuwettern, um handlungsfähig zu bleiben.

Thema Distanz: Von Kickboxen, MMA, Boxen, Jiu, Ringen, Judo angefangen startet jeder Wettkampf einmal aus einer sicheren Distanz, wo beide Parteien sich nicht so leicht erreichen können. In der SV starten viele Sachen innerhalb einer Armlänge. Sei es aus räumlichen Gründen, einem überzogenen Ego oder einfach weil es die bevorzugte Gesprächsdistanz ist. Und vielleicht noch unvorbereitet in einem Aufzug, einem fahrenden Bus oder auf den Stufen, falls man die Situation komplett falsch eingeschätzt hat.
Zur Info: Die Distanz bestimmt immer das Gegenüber. Stell dich mal mit dem Rücken zur Wand. Wer bestimmt die Distanz ? Trainiere das !!!

Verwechsel Sparring nicht mit Straße und trainiere danach, wenn du SV machen willst. Adaptiere zumindest dein Sparring für die Parameter draussen.
Sparring hat schon seine Berechtigung und fördert verschiedene Attribute. Wie alles im Kampfsport. Nebenbei lieben es die Leute, wenn man sich auspowert und ausserdem fühlt es sich gut an. Im Fachjargon nennt man dies auch die „Kampfsportfalle“. Rede einfach mal mit einem Kampfsportler, welcher „draussen“ schon mal einen „richtigen Wickel“ gehabt hat. Dann wird es klarer. Sieh dir nochmal die Videos an. Hier kommt ein sehr wichtiger Punkt ins Spiel. Kampfsportler sind draussen nicht so das Problem. Sondern Gewalttäter. Leute ohne moralischen Kompass. Was ist damit gemeint ? Leute, die andere die Stufen oder den Bahnsteig runter stoßen. Oder durch die Glastür. Mit Gegenständen (Stehtische, Sessel, Aschenbecher, Feuerlöscher…) und Waffen (Messer, Schraubenzieher, Schere, Stahlrohr, Stöckelschuh, Baseballschläger…) angreifen. Zu zweit einen angehen, von hinten jemanden niederstoßen, Männer auf Frauen losgehen. Und so fort. Alles, was man eben so auch in den Medien mit bekommt. Kurz, Menschen, die auch bei Gewaltanwendung keine natürlichen Grenzen kennen. Trainiere danach und baue dies in deine Sparrings ein. Kein Problem.
Gewalt, Speed, Intention und ein gerütteltes Maß an Aggressivität sind die Kernelemente der anderen Seite.
SV hat auch immer etwas mit Gewaltmanagement in den verschiedensten Ausprägungen zu tun. Genauso wie ein Arzt über verschiedene Krankheiten informiert ist, so ist ein SV-Trainer mit den zahlreichen Ausprägungen von Gewalt vertraut.
Sparring kann man natürlich verwenden, sollte aber entsprechend den Bedrohungslagen draussen angepasst werden, falls du SV trainieren willst.

Das ist nur einmal die Spitze des Eisberges betreffend der Thematik „Sparring“.

Näheres in den Vorträgen, Workshops, Trainings und Seminaren.

Aber nicht immer sind Waffen und Überzahl im Spiel ? 

Stimmt. Nur wie weiß man das vorher ? Oder vielleicht  ergibt sich das erst im Laufe der Konfrontation ?  Siehe Videos 2,3,4,6,7,8,9 und 13. Wenn du jahrelang mit dieser Haltung (ohne Überzahl, körperlichen Diskrepanzen, Eskalationen aller Art  und Waffeneinsatz) trainierst, kannst du deine einstudierten Konzepte nicht so einfach bei einer Waffenbedrohung ändern. Als gelernter Ringkämpfer umzuschalten, ist da nicht so einfach. Vorausgesetzt, du bekommst es überhaupt mit. Vor allem hat man auch nicht so viele Abwehrversuche wie im Ring. Mitunter startet das von einem Faustkampf oder Gerangel und endet in einer Eskalation. Siehe Videos 2, 3, 4, 6, 8,9 und 13. So blöd es auch klingt: Wenn dir draussen einer auf die Schläfe schlägt, nimmt er schwerste Verletzungen des Gegenübers in Kauf. Laß mal versuchsweise eine Melone von 180cm auf den Asphalt fallen. Dann wird es klarer. Überlege selber was passiert, wenn der Baseballschläger in Video 9  den Kopf trifft. Auch wenn es nicht beabsichtig scheint. Alle erwähnten Videos haben gemeinsam, daß ein Ableben des Angegriffenen in Kauf genommen wird. (ein paar Videos wurden gekürzt). Ob wissentlich oder unwissentlich, tut einmal nichts zur Sache.
Es gibt darum in der SV auch eigene Schlagtechniken, welche ein „Aufknallen“ des Kopfes auf den Boden verhindern, oder zumindest abmildern sollen. Wichtiger ist jedoch der Nachvollzug der Intention, das Gegenüber nicht schwer verletzen zu wollen. Mit dem Ziel, einen unrechtmäßigen Angriff so schnell wie möglich zu beenden. Ist aber ein anderes Thema und gehört zu den fortgeschritteneren Themen in der SV.

Die Parameter ändern sich manchmal in einer Konfrontation. Eskalation nennt man das. Heißt, die eine Partei ist noch in ihrem ehrenhaften „Duellcharakter“, während die andere den Weg des geringsten Widerstandes sucht. Und dieser Weg ist nie fair, geschweige denn ethisch und moralisch vertretbar. Der Sportsgeist (wenn es denn überhaupt je einen gab) ist der nackten Gewalt gewichen. Im Kampfsport ändern sich die Parameter nie. Ein gewaltiger Unterschied. Egal, wie lange ein Gefecht im Ring dauert, am Schluss stehen trotzdem immer nur 3 Leute im Ring. Unbewaffnet. (2 Gegner und 1 Schiedsrichter). Das ist Sport und absolut zu begrüssen. Nur unsere Welt ist eben nicht perfekt. Es ist, wie es ist. Der smartere Weg ist es, die Konzepte und Trainingsübungen so zu gestalten, daß diese auf die meisten  Eventualitäten ausgerichtet sind. Und da gehören Eskalationen dazu. Braucht ja nur jemand mit genügend Intention einen Kugelschreiber oder ein Bierkrügerl in die Hand bekommen, und das Ding dreht sich komplett. Schau einmal beim Militär vorbei. Alle Bewegungen und „moves“ müssen mit und ohne Waffe auch unter hohem Stress funktionieren. Ditto auf der Straße. Die Konzepte und Techniken sollen einfach und doch durch minimale Adaptionen möglichst viele Szenarien abdecken.  Wenn ein Schwinger kommt, blockst du so. Gut. Wenn ein Schwinger mit einem Messer in der Faust kommt, dann blockst du so. Gut. Wenn ein Schwinger mit einem Stock kommt, dann blockst du so. Gut. Wenn ein Schwinger mit einem Bierkrügerl kommt, dann blockst du so. Gut. Unmöglich. Und da rede ich noch gar nicht von Stress, Adrenalin, eingeschränkten Räumlichkeiten, Überraschungsmoment, Lichtverhältnissen und fehlendem Zeitguthaben. Du siehst, wohin die Reise geht.

Bei der Abwehr von Langwaffen reicht es demnach auch nicht, sich alleine auf die „Entwaffnung“ der Langwaffe zu konzentrieren. Du mußt auch immer die mögliche Reaktion mit dem Griff zu einer eventuell vorhandenen Kurzwaffe des Gegenübers rechnen. Wenn du dann mit deiner coolen Entwaffnung beschäftigt bist, und der andere derweil die Langwaffe „aufgibt“ und das Problem mit seiner Pistole zu deinem Ungunsten löst, hast du einfach „falsch“ trainiert. Oder den falschen Trainer. Hinter allen Konzepten und Techniken in der SV stecken eine Menge Überlegungen, um so viele Szenarien wie möglich abzudecken.
Nicht jeder hat eine Zweitwaffe. Stimmt. Das ist schon fortgeschrittener Stoff. Stimmt auch. Aber so kannst du nicht trainieren. Du kannst beim Boxen auch nicht nur mit der rechten Geraden rechnen und den linken Haken ausser Acht lassen. Das klappt dort auch nicht. Auch wenn der andere Boxer seinen linken Haken vielleicht nie oder selten einsetzt.
Ein SV-System muß so einfach wie möglich gehalten werden und einen großen Bereich abdecken. Das ist die hohe Kunst. Ein System so „einfach“ wie möglich zu halten. Mit simplen Techniken und Konzepten, welche auch unter hohem Stress abgerufen werden können. Das ist das Ziel.
Viele Leute haben leider die Tendenz, ihre sportlich geprägten Zugangsweisen auf die Straße zu verlagern. Vergleichbar ungefähr mit einem Judoka, welcher zu einem Boxturnier geht. Der wird mit seinem „Zugang“ dort auch nicht viel Freude haben. Und die anderen auch nicht. Ausserdem weiß man draussen ja nie, wer einem da gegenüber steht. Ob und wenn ja, was der kann. Ob er alleine ist, eine ansteckende Krankheit hat, Freigänger ist oder mental beeinträchtigt.
Jedes zeitgemässe SV-Training befasst sich zuweilen mit Waffenabwehr, dem Notwehrgesetz, Eskalationen, physischen  Diskrepanzen, Schockmomenten, nachteiligen Ausgangspositionen, Verteidigungswillen, Gewalt und Überzahlsituationen. Alles andere wäre extrem fahrlässig den Trainierenden gegenüber. Klar sind diese Sachen im Kampfsport nicht relevant. Stimmt, aber draussen schon. Ein SV-Training ist für die freie Wildbahn gemacht und nicht für eine Sportplattform.
Ansonsten wäre es ja auch ein Sport. 

Sieh dir noch mal die Videos an. Man kann nicht mehr so wie in den 90ern oder gar 70ern trainieren, wo großteils eine sportliche Komponente  die Richtung vorgab ? Unmöglich. Was hat Video 2 mit fairem Sport zu tun ? Oder die anderen ? Absolut nichts, aber viel mit Straße. Nur die Sportplattform auf die Straße zu bringen, ist kein guter Ansatz. Du musst dein System, was auch immer das ist, für die Straße adaptieren. Besser, man bringt die Straßenkonflikte ins Training rein und arbeitet an den Lösungen als umgekehrt. Das bringt den SV-Trainierenden entschieden mehr. 
Unsere Gesellschaft  hat sich grundlegend geändert. Auch und vor allem der öffentliche Raum. In den 60ern gingen Polizisten noch alleine auf Fußstreife. Briefträger hatten horrende Geldbeträge in bar zwecks Pensionsauszahlung am Monatsanfang mit. Das ist so, wie wenn Opa vom Krieg erzählt. Alles lange her. Heute haben wir U-Bahn Securitys und Polizisten mit Stichschutzwesten, ein umzäuntes Oktoberfest, Securitys in Krankenhäusern und verbarrikadierte Weihnachtsmärkte.
Man muß  ja nicht gleich in eine Untergangsstimmung verfallen und eine negative Grundhaltung an den Tag legen. Nur schadet es nicht, die Veränderungen einmal wahr zu nehmen und zu registrieren. Diese Veränderungen haben ja alle eine Entstehungsgeschichte und passieren ja nicht aus Spaß.
Da macht es wenig Sinn, noch in der Vergangenheit zu verharren und das Training nicht dem aktuellen Zeitgeist anzupassen. Ausserdem wäre es verantwortungslos gegenüber den Trainierenden.  Das Training gehört dementsprechend adaptiert. Ansonsten ist es kein modernes Selbstverteidigungstraining. Auch das SV-Training muß ständig den aktuellen gesellschaftlichen Verwerfungen angepasst werden. Und es ist kein Geheimnis, daß Angriffe und Auseinandersetzungen mit scharfkantigen Gegenständen in den letzten Jahren massiv zugenommen haben. Warum auch immer. Dafür erwarten die Trainierenden zu Recht Lösungsansätze.
Sieh dir beispielsweise einmal ältere SV-Videos an, wo der Angegriffene sich mit einem Buch verteidigt. Wer liest heute noch ein Buch ? Auf der Straße ? Du weißt, was ich meine.

Muß man deswegen an Lebensqualität einbüssen ? Nein. Es reicht ja schon mal, daß man die Veränderungen registriert und wahr nimmt.
Ist wie beim Autofahren. Keiner steigt in die Karre und denkt sich, daß er sterben wird. Aber er reagiert auf Veränderungen im Straßenverkehr, damit er sicher ankommt. Und manchmal legt er sogar Schneeketten an. Ist in der SV nicht anders. 

Geh einmal versuchsweise in einen MMA-Club zum Trainer und sage ihm, daß du mitmachen willst. Aber nur ohne rechte Gerade. Die Antwort kann sich nun jeder selber denken.
Genauso ist es in der Selbstverteidigung, wenn du nur gegen gleich Schwere oder Leichtere, Anfänger, körperlich Eingeschränkte, als Mann nur gegen Frauen, nicht gegen 2-Meter Leute, nicht gegen Waffenbedrohungen, nicht gegen Überzahlsituationen und nicht mit Schockmomenten trainieren willst. Um nur ein paar zu nennen.
Klar holt dich das  aus der Komfortzone heraus. Ziel in der SV ist mitunter die  Ausdehnung der Komfortzone. Das ist Teil des Trainings. Wie beim Boxen oder MMA, wo die rechte Gerade selbstredend in der Komfortzone anzusiedeln ist.  Die rechte Gerade gibts in der SV natürlich auch. Und im Gegensatz zum Kampfsport mitunter eklatante Gewichts.-und Niveauunterschiede. Da mußt du nehmen, was kommt. Es ist, wie es ist.
Wenn es draussen eng wird, soll dem Angegriffenen ein „..kenn ich..hab ich schon mal im Training geübt“ durch den Kopf gehen. Damit sind die Chancen auf eine erfolgreiche Abwehrhandlung weiters stark gestiegen und einer Schockstarre wie beispielsweise in Video 8 kann so vorgebeugt werden. Das ist die Idee dahinter. Oder zumindest eine davon.
Sieh dir nochmal die Videos an. Hier geht es um Selbstverteidigung und nicht um Sport.  

Fazit: Die Techniken und Konzepte in der SV sind zum großen Teil im Kampfsport nicht zielführend und meist verboten. Schon mal wen gesehen, der im Boxring verbal deeskaliert ? Oder einen Hocker zum Schutz vor seine Brust hält ? Mit dem Fuß oder dem Handschuh absichtlich unter die Gürtellinie schlägt ? Oder rausrennt und sich in seinem Auto einsperrt ? Ich auch nicht. 
Es ist für Trainierende entschieden einfacher, die Konzepte, Taktiken und Herangehensweisen in der SV zu erlernen, als Kampfsportkonzepte nachträglich für die Straße zu adaptieren. Falls du SV trainieren willst.
Nach dem Motto: Ich mach den Kampfsport und schau einmal, was ich davon auf der Straße verwenden kann. Der bessere Ansatz ist, die Abwehrhandlungen den Gegebenheiten auf der Straße gleich richtig anzupassen.

Warum stehen die in der SV anfangs immer so deeskalierend mit offenen Handflächen da ?

Die Gründe sind mannigfaltig. Ein paar Schlagworte:
Enten Syndrom
Deeskalationstechniken
Kein Anlaß zur Eskalation
Kontrolle des persönlichen Raumes
Herabsenkung der Deckung
Umfeldkontrolle
Bestärkung des Egos
Grenzen setzen
Intentionen
Nothilfe vorhalten
Anbieten von Optionen
Gesichtswahrung
Entscheidungsgrundlage aufbauen
Waffen
rechtliche Aspekte
verbale Unterstützung

Falls du mit einigen Begriffen nichts anfangen kannst oder diese nicht einleuchtend erscheinen, kein Problem. Näheres dazu in den Trainings, Seminaren und Workshops. 

Welche Technik ist die beste für die Messerabwehr ?

Die Messerabwehr ist so ein Mythos und firmierte immer schon als“Königsdisziplin“ in der SV.
Das Messer ist am schwersten zu „Verteidigen“ und am leichtesten zum „Angreifen“ geeignet. Darum ist es auch so weit verbreitet im öffentlichen Raum.
Man braucht keine weitreichende Ausbildung an der Waffe, keine physische Überlegenheit oder gar Können. Einem blutigen Anfänger lernst du in 5 Minuten, wie man mit einem Messer angreift.
Intention und eine gehörige Portion Aggressivität reichen allemal.
Einfach in den Medien nachlesen. Wie viele „Messerkämpfer“ waren da bei den Tätern dabei ?
Wie viele Scharfschützen sind bei Morden durch Schußwaffen dabei ?
Wie viele Gangmitglieder gehen regelmäßig zum Kampfsport ?
wie viele Gefängnisinsassen haben einen Kampfsporthintergrund ?
Und wie viele Gefängnisinsassen können gut mit Gewalt umgehen ?

Glaubt wirklich jemand, daß die bösen Buben 10 Jahre auf die Phillippinien fahren und sich als Messerkämpfer ausbilden lassen ?
Glaubst du wirklich, daß einer von denen 15 Jahre in einen Boxclub geht, um dann die Leute auf der Straße zusammen zu schlagen ? Wach auf !!!
Die andere Seite denkt da ganz anders und vor allem sehr praktisch. Näheres in den Workshops.

Da kannst e nichts machen…„. Schon mal gehört ? Sicher. Hier kommen die Aufmerksamkeit und Sensibilisierung ins Spiel, welche am Anfang jeder SV-Ausbildung stehen.
Wenn dies mehr beherzigt wird, hätte man auch viel bessere Chancen, Eskalationen wie beispielsweise in Video 13 schon im Vorfeld im Keim zu ersticken. Das ist der Plan.
Meist wird von den Laien erfragt, was sie tun sollen, wenn einer ein Messer an ihren Bauch hält.
Was davor war oder wie es zu dieser Situation überhaupt kam, wird tunlichst ausgeblendet. Hier gehört aber angesetzt. 
Das ist das Gleiche, wenn sich einer aufregt, daß er jetzt mit dem Auto in der Schlucht liegt und der Sicherheitsgurt trotzdem nicht viel nützt. > kannst e nichts machen…
Daß er vielleicht vor der Kurve seine Geschwindigkeit entsprechend anpassen hätte sollen, wird auch hier meist weg gewischt. Selbes Problem.
Gut ist es immer, wenn man Probleme sieht, bevor diese zu Problemen werden. Das lernt man in der SV und zeichnet die Profis aus.
Das ist die Grundidee in der SV und im Selbstschutz. 

Bedenke vor allem, daß ein Messer meist erst im Laufe einer Auseinandersetzung ins Spiel kommt. Näheres in den Workshops.

Zu den „Abwehrtechniken“. Ich könnte jetzt seitenlang da schwadronieren. Natürlich gibt es da auch Konzepte, falls man überrascht wurde oder das Messer schon im „Spiel“ ist.
Nur mal zum Überlegen: Wenn du Boxen lernen willst, suchst du dir am Besten einen Boxtrainer, welcher über 200 Wettkämpfe im Ring gemacht hat. Das ist schon mal eine gute Basis für den richtigen Weg.

Wo gehst du hin, wenn du Messerabwehr „lernen“ willst ? Klar gibt es Leute, die schon drei Mal einen Messerangriff überlebt haben.
Würdest du zu einem Boxtrainer trainieren gehen, der lediglich 3 Kämpfe in seinem Leben gemacht hat ? Oder doch lieber zu dem, welcher über Jahrzehnte mit hunderten Kämpfen eine Karriere im Ring vorweisen kann ?
Du siehst, wo das Problem liegt. Auch wenn sich eine Hand voll überlebter Messerangriffe viel anhört, so ist es doch im Vergleich zu einer jahrzehntelangen Karriere im Ring gar nichts. Keiner überlebt jede Woche eine Messerabwehr. Unbewaffnet. Unvorbereitet. Keiner. Außerdem ist bei jeder geglückten Messerabwehr meist eine gehörige Portion Glück dabei. Ich kenne keinen, der mehr als eine Hand voll Messerangriffe unbewaffnet überlebt hat. Keinen. Und alle mit (teils nachhaltigen) Verletzungen. Geschweige denn 200 Angriffe. Unmöglich.
Falls du so jemanden kennst, kontaktiere mich bitte. Zu dem gehe ich dann auch trainieren.

Ein altes phillipinisches Sprichwort besagt ja auch nicht umsonst, daß der Gewinner in einem Messerkampf (beide im Duellcharakter mit je einem Messer) immer erst am nächsten Tag stirbt.

Das Training wird demnach auch so ausgerichtet. Im Prinzip geht es bei der  „Messerabwehr“ um eine Verbesserung deiner Überlebenschancen. Das ist das Ziel. 

Fazit:
Gegen ein Messer hast du unbewaffnet keine Chance. Diese mußt du aber nutzen. Das lernst du in der SV.
Wegrennen ist gut, musst du aber üben. Sobald du das Messer siehst, ist die Distanz wahrscheinlich schon zu kurz zum Wegrennen.
Waffenträger haben und brauchen andere Konzepte bei Messerangriffen.
Das Allerwichtigste ist jedoch zu erkennen, daß überhaupt ein Messer im Spiel ist. Sieh dir noch mal die Videos 3,6,8 und 13 an.
Und falls du dann das Messer erkannt hast, zu wissen, was zu tun ist !!!

Näheres in den Workshops.

Gewalt und SV, wie passt das zusammen ?

Wie Arsch auf Eimer. Gewalt ist in unserer sozialisierten Welt ein absolutes No Go. „Gewalt ist keine Lösung“. Schon mal gehört ? Natürlich ist Gewalt eine Lösung. In manchen Kulturen gehört sie ebenso zum Reportoire wie bei Kriminellen und Behörden. Wird bei Letzteren auch gerne mit Zwangsmaßnahmen umschrieben.
Wichtig ist für uns aber im Kontext der SV, daß Gewalt dort ein ständiger Begleiter ist. Sieh die die Videos an. Diese haben alle etwas mit Gewaltausübung zu tun. Mal in abgeschwächter Form bis zu lebensbedrohlichen Anwendungen.
Somit überlässt man das Werkzeug Gewalt immer nur der anderen Seite. Dies zeichnet das Paradoxon der Gewalt aus. 

Der Laie oder Kampfsportler hat deshalb immer die Tendenz, physische Angriffe mittels sportlicher Zugänge zu lösen. So blöd es auch klingt, physische Gewaltanwendung kann man nur mit ein bisschen mehr Gewalt lösen.
Vorgabe ist immer der gesetzliche Korridor, nach dem die Abwehrhandlungen ausgerichtet werden.

Das heisst vor allem, die Leute darauf zu konditionieren, unfair zu kämpfen. Manchmal ist es auch die letzte und einzige Chance, um grösseren Schaden abzuwenden. Stell dir nur eine 40-jährige Hausfrau vor, welche von einem 190cm Mann angegriffen wird.
Denk mal darüber nach, wie viele Gefängnisinsassen Kampfsport machen ? Vielleicht 5 Prozent. Wenn es viel ist 10. Und wie viele Insassen können dem gegenüber gut mit Gewalt umgehen ? 100 Prozent. Mindestens.

Messerattacken. Wie viele der „Messerstecher“ haben eine jahrelange „Messerkampfausbildung“ genossen ? Ehrlich jetzt. Glaubst du nicht auch, daß da ein gerütteltes Maß an Aggressivität und Intention nicht auch reicht ?
Denk mal an Edip Sekowitsch (Box Europameister) zurück mit seiner jahrzehntelangen Kampfsporterfahrung. Und dann an seinen damals 27-jährigen Kontrahenten auf der Straße. Glaubst du wirklich, daß dieser vorher 10 Jahre nach Indonesien geflogen ist, um sich im Messerkampf ausbilden zu lassen ? Auch wenn Sekowitsch damals kein aktiver Faustkämpfer mehr war, so hätte er seinen Kontrahenten im Ring sicher keine Chance gelassen.  Draussen interessiert das aber keinen wirklich. Das ist mit dem Begriff Kampfsportfalle gemeint. Alle 10 Jahre kickt ein Kampfsportler einem anderen das Messer aus der Hand. Die 9 Jahre dazwischen klappt das sowieso nicht. Näheres in den Workshops.
Schau einfach mal, was Leute an sich oder unter ihrem Fahrersitz in Autos so alles an Waffen mitführen.
Gewalt ist wie Charme und Höflichkeit schlicht und einfach ein Werkzeug. Bei uns zu Recht verpönt. In anderen Kulturkreisen jedoch ein probates Mittel zur Durchsetzung seiner Bedürfnisse. Ohne je ein Unrechtsbewußtsein an den Tag legen zu müssen.

Noch mal: Gewalt hat im Sport nichts verloren. Darum gibt es dort auch entsprechende Regeln. SV ist demnach nichts anderes als Gewaltmanagement. 

Was ist der Unterschied zwischen einem gesetzestreuen Bürger und einem Kriminellen ?

Vor allem ist es die Mentalität und wie die andere Seite an Probleme herangeht und entsprechende Lösungen findet.
Der eine zahlt brav seine Steuern, geht zur Arbeit und schaut auf seine Familie. Andererseits gibt es Leute mit einer totalen Wegfall von moralischen Grenzen. Tatsache ist, daß solche Personen andere ohne zu zögern verletzen können. Gleichzeitig dabei mitfilmen, um es nachher anzusehen oder zu teilen. Mittlerweile gipfelt dies in einer starken Desensibilisierung bezüglich der Gewalt.

Der Großteil der männlichen Jugendlichen wird pazifistisch erzogen. Der Hauptunterschied liegt demnach in der Tatsache begründet, daß die andere Seite keine Grenzen, auch bei Gewalt, akzeptiert.

Der pazifist denkt, wieso das Gegenüber ihn angreift. Wurde er sexuell mißbraucht, falsch erzogen, oder hat er gerade selbst etwas falsch gemacht. Das interessiert keinen draussen. Du mußt aber mit der Bedrohung etwas anfangen.
Die andere Seite arbeitet sehr simpel, brutal und emotional gesteuert. Vorzugsweise mit Waffen und Überzahl. Das funktioniert einfach sehr gut. Macht ja die Cobra und Wega auch.
Zuerst kommt die Nichtakzeptanz der Situation. Dann der Kampf mit einem selber. Nichts desto trotz sollte man selber seinen moralischen Kompass immer dabei haben.
Leute, die mit Gewalt konfrontiert sind, offerieren in diesem Sinne nicht auch Gewalt an. Sondern angemessene Schritte, um die Situation zu stoppen. Sie antworten entsprechend, offerieren aber keine Gewalt von sich aus. Das ist ein riesiger Unterschied. Das Gegenüber bestimmt den Grad der Antwort. Das ist immer die wichtigste Intention. Du willst, daß es aufhört. Verwende dazu geeignete Mittel. Das Gegenüber bestimmt demnach immer, welche du einsetzen musst, um zu einem brauchbaren Egebnis zu kommen. Du willst die Bedrohung stoppen. Das ist die Kunst in der SV. Genau so viel zu machen, bis die Bedrohung weg ist. Angemessenheit ist da auch so ein Zauberwort. Deine Gegenwehr sollte auch keine „Message“ oder Vergeltung sein.
Was sich grundsätzlich geändert hat, ist der Grund für Gewalt. Gewalt wird natürlich von LEuten angewandt, weil sie es können oder vielleicht ihre Medikamente vergessen haben. Weil sie dein Gesicht nicht mögen, einen Rassisten vermuten,

Deine ethischen Werte und der moralische Kompass müssen intakt sein. Das ist wichtig. Dein zweitgrösster Feind draussen ist das Gesetz. Es besteht immer die Chance daß du alles richtig machst draussen, aber trotzdem die Arschkarte ziehst. Die meisten Leute kommen in Schwierigkeiten mit dem was sie sagen, und nicht wegen dem, was sie gemacht haben. Kriminelle haben ungleich mehr Erfahrung vor Gericht als der normale Bürger. Klar sind die im Vorteil.
Kriminelle nehmen das schon in Kauf, daß sie verurteilt werden. Das gehört zu ihrem Job. Unvorstellbar für einen normalen Bürger.

Das ist keine Win Win Situation. Lieber von 12 verurteilt als von 6 getragen ist nicht die korrekte Antwort. Keines von beiden ist erstrebenswert. Jeder normalo will lieber sein Leben normal weiterleben und in Ruhe gelassen werden.

Der moderene Kriminelle hat Kampfsporterfahrung. Wir sind sozial so konditioniert, dass wir über Maßen pazifiert sind. Aufstehen für seine Rechte und kämpfen dafür wurde über die Jahre aus der linken Gehirnhälfte fast komplett ausgelöscht.

Erfahrung in gewalt haben sie auch. Der Feind in unserer Gesellschaft kommt aus den verschiedensten Ländern und Kulturen. Lebenswegen und Wertevorstellungen. Wir sind eine diverse Gesellschaft. Jeder hat eine andere Vorstellung von Gewalt. Und auch von Frieden. Die einen assoziieren damit vielleicht keine Kriege mehr und andere den Aufschwung einer Religion zur Staatsmacht. Ein klassisches Kommunikationsproblem Das selbe Wort löst bei den kommunizierenden PArteien komplett verschiedene Sachen aus. Das ist mitunter damit gemeint, dass man den Wertekanon täglich neu aushandeln muß. Die 90er sind definitiv vorbei. Da kommen Leute aus Kriegsgebieten und treffen nun auf welche hier, die bei einer schärferen Ansprache die Segel streichen.

Warum werden in den Videos keine Selbstverteidigungstechniken gezeigt ?

Weil diese Seite primär dafür da ist, die Leute erst mal mit Situationen zu konfrontieren, die in der SV behandelt werden. Somit wird auch der Unterschied zum Kampfsport für den Laien offensichtlich. Um Antworten und Lösungen zu finden, bedarf es erst einmal der Benennung des Problemes. Auch wenn es für einige Leute schockierend ist, die Videos visualisieren lediglich typische Konfliktsituationen auf der Straße. Erst wenn man dies akzeptiert, kann man an den Lösungen arbeiten. Und vor allem selbst überprüfen, ob das eigene Training Antworten auf die Problemstellungen in den Videos bietet. Es macht wenig Sinn, Leute nach 2 Stunden Training verschwitzt nach Hause zu schicken, ohne ihnen etwas praktisches für draussen an die Hand zu geben. Überspitzt gesagt: Wenn sich in der Tiefgarage eine heikle Situation anbahnt, kann ich nicht mit boxjumps oder Hampelmännern antworten. Fitness ist schon gut. Sollte aber in der SV automatisch nebenher mitlaufen. Der Fokus ist die SV. Logo, je fitter um so besser. Wenn du SV trainierst, wirst du sowieso fitter. Jeder eben auf seinem Level.
Schau auf verschiedene Videoplattformen und entscheide selber, ob die SV-Abwehrmaßnahmen okay sind. Dann kannst du ja immer noch ein Probetraining dort machen und das Ganze für dich abwägen.

Im Prinzip geht es darum, dem Laien, welcher sich vielleicht schon mal in der einen oder anderen Situation wie in den Videos befunden hat, zu vermitteln, daß die SV Lösungen dafür anbietet. Diese findet man beispielsweise in jedem guten SV-Verein.   Die Videos  auf dieser Seite sind real. Auch die Fragen im „Selbsttest“ sind sehr praxisnah und somit der Ausgangspunkt für jedes gute Selbstverteidigungsprogramm. 

mail: info@kadima.at