Untenstehende Videos geben einmal einen groben Überblick der  typischen Konfliktsituationen auf der Straße wider. Die Beschreibungen dazu sollen auch dem Laien ein gewisses Grundverständnis für die Selbstverteidigung (und Securitymaßnahmen) nahebringen.

In einer perfekten Welt bedarf es keiner Selbstverteidigung, schon klar. Auch passen die Videos nicht in ein sozial geordnetes Leben. Nur ist unsere Welt eben nicht perfekt, weshalb der erste und letzte Satz in diesem Absatz ihre jeweilige Berechtigung haben.

Des weiteren kann man ja mal für sich selber nachvollziehen, wie man die Problemstellungen angegangen wäre. Viel Spaß.

Video 1

Was würdest du tun ?
Davonlaufen, deeskalieren, abwehren, hinhauen (darf man das überhaupt als Erster ?), andere um Hilfe bitten, hinter ein Auto stellen, selbst bewaffnen, gar nichts machen, anschreien …?
Wenn du bis hierher gelesen und noch keine Entscheidung getroffen hast, ist es sowieso schon zu spät. Auf der Straße entwickeln sich solche Situationen mitunter sehr schnell. Das sind typische Übungsszenarien in einem Selbstverteidigungskurs.
PS: Alle 3 (Kameramann, Reporter und Tonmann)haben von dem Heranstürmenden ein paar auf die Mütze bekommen. Auch und vor allem deshalb, weil sie passiv blieben. Dort hätten auch 10 stehen können. Wäre das selbe Ergebnis herausgekommen. Ohne Grundaktivierung und mit der entsprechenden „Opferhaltung“ ist der Ausgang nicht schwer zu erraten.
Jetzt kann man für sich einmal die Situation andenken, wenn in der Hand noch ein Schraubenzieher gewesen wäre.

Video 2

Typische Problemstellungen auf der Straße…
Die Rundumkontrolle geht meist verloren. Nicht nur am Boden. Plötzlich ist ein Kontrahent in der Unterzahl und/oder es kommen Waffen ins Spiel. Beides muß in den Konzepten, Techniken und Taktiken der Selbstverteidigung berücksichtigt werden.  Die Verhältnisse können sich schon nach wenigen Sekunden ändern.
Ein beleidigtes Ego gegen drei entschlossene Personen zieht da meist den Kürzeren. Es geht auch nicht darum, ob das fair ist, weil auf der Straße ist nun mal nichts fair. Dem Entziehen der Gefahr stand hier (und wie in den meisten anderen Videos auch) das eigene Ego im Weg. Mit zum Teil verheerenden Folgen. Eine weitere Grundregel draussen: Vermeide auf der Straße jeden Kampf, wenn es geht. Du weißt nie, mit wem du es zu tun hast.

Video 3

Wieso liegt der Mann auf dem Boden ?
Distanz ist dein Freund. Die erste Regel in der Selbstverteidigung. Wenn man „Nase an Nase“ steht, hat man naturgemäß ein eingeschränktes Sehfeld und kann Situationen nur sehr schwer einschätzen. Es braucht nur ein Dritter mit entsprechenden Absichten von der Seite kommen.
Übrigens war das ein Messerangriff. Auf der Straße muß man einfach akzeptieren, daß es Leute gibt, die keinen moralischen Kompass besitzen und auch danach handeln. Entweder weil sie mental krank sind, unter Drogeneinfluss stehen, kulturell so geprägt und/oder erzogen wurden, sich in einer emotionalen Notlage befinden, so sozialisiert wurden oder schlicht und ergreifend Kriminelle sind. Oder alles zusammen. Selbes Problem wie im vorigen Video. Die Asymmetrie wurde dort mit einer Überzahlsituation, und hier eben mit Waffen geschaffen. Dies ist mitunter mit dem fehlenden moralischen Kompass gemeint.  Es ist wie es ist. Hier stößt die sportliche Plattform an ihre Grenzen und der Faktor Gewalt rückt immer mehr in den Vordergrund. Berücksichtige dies in deinem Training ! Ansonsten ist es kein SV-Training.
Diese Anfangssituation fällt unter den Oberbegriff „Kontaktmanagement“ oder „Interviewphase“. Ein ebenso wichtiger Aspekt in der Selbstverteidigung. Dort werden die meisten Fehler gemacht und vor allem entscheidet es sich ab da, wie es weiter geht.
Hier wurde nebenbei eines der größten Probleme in der Messerabwehr aufgezeigt. Nämlich überhaupt zu registrieren, daß ein Messer im Spiel ist. So etwas trainiert man beispielsweise in der SV.

Video 4

Wie hättest du in der dominanten Position am Boden agiert ?
Eine ziemlich ähnliche Situation wie auf Video 2. Der Hinzugekommene muß nicht mal ein Freund des am Boden liegenden sein. Es gibt genug Leute da draussen, die mal wissen wollen, wie sich so ein Fußtritt zum Kopf hin anfühlt.
Grundregel am Boden: So schnell wie möglich auf die Beine kommen. Am Boden gibt es keine Rundumkontrolle. Falls dort auch noch Waffen ins Spiel kommen, wird es erst recht ungemütlich. Mal abgesehen von ansteckenden Krankheiten und anderem Ungemach. Wer will, kann ja mal Bodenkampf mit einem Drogenjunkie trainieren. Dann wird es klarer. Das ist kein sportlicher Wettkampf. Sollte aus dem Video deutlich hervorgehen. Ähnlich wie in Video 2. Nur daß hier die Bodenlage der Ausgangspunkt war.

Video 5

Schon mal gefragt, warum Behörden ein unkooperatives Gegenüber immer am Boden fixieren ?
Wie viele Polizisten braucht es am Praterstern, um 3 Personen dingfest zu machen ? Wobei der Schwerste der renitenten Benkobande vielleicht 63 Kilogramm hat ? Mindestens 10. Besser mehr. Gefangenenbefreiungen sind heute an der Tagesordnung. So extrem wie in Deutschland ist es zwar noch nicht, aber wir sind auf einem guten Weg dahin. In Deutschland sperren sie in Extremfällen schon mal die Autobahnabfahrten in Großstädte, damit sich keine Personen aus anderen Städten per Autokonvoi solidarisieren können. Fixiertechniken sind gut und schön. Die Umfeldkontrolle aber in jedem Fall unerlässlich. Man kann ja mal selber probieren, eine Person am Boden zu fixieren. Gesetzeskonform, während dessen Freundin mit ihrem Stöckelschuh auf deinen Kopf einschlägt.
Hier handelte es sich um einen ertappten Fahrraddieb. Die richtige Frage dazu wäre jetzt, warum widersetzte dieser sich so vehement den Anweisungen der Polizei. Was steht für ihn auf dem Spiel ? Die Polizei hat hier das selbe Problem wie eine Zivilperson in einer Straßenkonfrontation. Informationsmangel. Man weiß einfach nicht, wer einem da gegenüber steht und was seine Intentionen sind. 

Um auf die erste Frage zurück zu kommen. Das aggressive Gegenüber wird hauptsächlich deshalb am Boden fixiert, damit es keine (eventuell vorhandenen) Waffen ziehen kann. Falls der zu Fixierende ein Messer zieht, ist ein Schusswaffengebrauch der Polizisten nahezu unvermeidbar. Die Situation sollte man immer von der Metaebene aus analysieren. Da kommen noch ein paar entscheidende Faktoren hinzu. Würde aber hier den Rahmen sprengen.

Video 6

Was hätte man besser machen können ?
Beziehe den Schockmoment, Stress, Platzmangel, Eigenschutz und den der Umstehenden, Widerstand und eventuelle Schmerzunempfindlichkeit des Gegenübers sowie die rechtlichen Dimensionen mit in deine Überlegungen ein. Diskutiere und thematisiere die permanente Ortsverlagerung während des Gerangels und die notwendige Überzahlsituation, um letztendlich die Gefahr zu neutralisieren. Wie hätte man dies mit 2 Personen in kürzester Zeit und ohne Ortsverlagerung lösen können ? Bedenke dabei, daß gleichzeitig die Waffe neutralisiert sein muß.

Kurz gesagt: Von draussen reinreden ist immer leicht. Dennoch könnte man den 2 Securitymitarbeitern andere, vielversprechendere Konzepte betreffend der Waffenkontrolle mit auf den Weg geben. Dieses Video ist ein gutes Beispiel, wie man nicht an das Problem herangeht. Schau einmal, wie lange die Neutralisierung dauert. Und dann denke dir noch einen nüchternen, aggressiven Widersacher und keine polizeiliche Unterstützung dazu. Entsprechende Schulungen sind für Personen, welche im Securitybereich arbeiten, unverzichtbar.
Aber auch Privatpersonen sollten ein Gefühl dafür bekommen, wo die Schwierigkeiten liegen und vor allem Lösungen für die eigene (und die Dritter) Unversehrtheit erarbeiten können.
Wir schulen auch Securitys.

Video 7

Überschätzen der eigenen Fähigkeiten. Was würdest du tun ?
Die Deeskalationsbemühungen wurden mit einem klassischen Schubser negiert. Nicht selten enden diese mit schlimmen Verletzungen oder Ärgerem. Leute fallen mit dem Kopf auf Tische, Sessel, Hydranten,  Stoßstangen, Motorhauben, Blumenbeete, Fahrräder, Parkbänke, die Straße,  Gehsteigkanten, durch Glastüren, die Stiegen und den Bahnsteig runter, oder einfach auf den Asphalt. Darum ist auch jeder Box,-und MMA Ring gefedert und/oder  gepolstert. Vergiss das draussen und thematisiere das in deinem Training, falls du SV trainierst. Grundsätzlich sollte man sich der Grenzen beim Deeskalieren im Vorhinein bewußt sein. Und vor allem einen Übergang vom verbalen ins praktische Handeln im Hinterkopf haben.
Verbale Deeskalation funktioniert meist bei einem in Westeuropa sozialisierten Gegenüber. Das ist auch okay so. Bis man auf einen eiskalten Praktiker wie beispielsweise in Video 3 trifft. Der Übergang vom Verbalen ins Physische ist meist fliessend. Leute, die bedingungslos alles verbal und mit Körpersprache oder der weit verbreiteten Haltung “ wenn ich nichts mach und ruhig rede, tut er mir auch nichts….nur nicht wehren, sonst wird es noch schlimmer“ deeskalieren wollen, werden relativ leicht zu Opfern. Sieh dir noch mal das erste Video  an.
Und ganz wichtig: Keiner muß bei jedem seine Deeskalationskünste anwenden, wenn er/sie sich dies nicht zutraut. Man kann sich auch so der Gefahr im Vorfeld entziehen. Das ist nicht verboten.

Video 8

Angenommen, du wärst der mit dem Telefon. Wie hättest du reagiert ?
Dieses Szenario fällt unter den Begriff Eskalation. Das schwarze T-Shirt ist bis zum Schluß im Schimpf,-und Rangelei-Modus, während der andere schon auf einer ganz anderen Ebene ist. Höchst aggressiv, eindeutige Körpersprache, rasches Verkürzen der Distanz, Intention und Androhung einer Messerattacke mit gut sichtbarer Waffe in der Hand. Wird in den Medien meist mit „Handgemenge mit einem Messer“ betitelt.

Obwohl die Waffe gut sichtbar war, hatte der andere keinen Plan. Weil es in einem westeuropäisch sozialisierten Leben solche Situationen einfach nicht gibt. Hat man relativ oft, daß Leute vor Situationen stehen, die sie zwar wissentlich wahrnehmen, aber das Verständnis dafür fehlt. Sei es aus Schock, Ungläubigkeit, Nichtakzeptanz der Situation oder schlicht und ergreifend nie trainiert wird. Schon klar, für einen Laien oder Kampfsportler ist das Neuland. Darum gibt es ja auch die Selbstverteidigung. Damit man eine Werkzeugkiste für die Probleme da draussen mitbekommt.
Er ist sich in keinster Weise bewußt, daß höchste Lebensgefahr für ihn besteht. Die Situation ist von einer Bagatelle (anlehnen an fremdem Auto) zu einer lebensbedrohlichen eskaliert.
Fazit: Es geht darum, daß man einen Plan hat, wenn es draußen eng wird. Oder zumindest so weit improvisieren kann, daß es der eigenen Gesundheit zuträglich ist. Dafür muß man Situationen auch richtig einschätzen und die entsprechenden Abwehrtechniken lernen. Lernt man in der SV.
Nebenbei, er hat einen Bruststich abbekommen. Keine Ahnung jetzt, ob das mit Dauerschäden oder anderen lebenslangen Begleiterscheinungen verbunden ist.

Sehr gute Selbstverteidigungsexperten zeichnet einfach aus, daß diese selten bis nie in brenzlige oder gefährliche Situationen kommen. Mit gelassener Aufmerksamkeit und dem dazugehörigen Verständnis ist man schon einmal gut dabei. Kann man alles lernen…

Video 9

Wie hättest du auf den Baseballschläger reagiert ?
Physische Überlegenheit kann man relativ leicht mit Waffen ausgleichen. Darum sind diese ja auch im Kampfsport strikt verboten.
Grundregel: Wenn eine Hand verletzt wurde, ist der Kampf vorbei. Weil man die andere zum Halten der Verletzten braucht.

Zum Glück hat er nur die Hand gebrochen (nehme ich mal an) statt dem Kopf.

Und vor allem weiß man nie, was andere Personen so alles im Auto oder am Körper mitführen.

Video 10

Wie hättest du reagiert ?
Der Sitzplatz war reserviert und der ertappte Fahrgast geht den unschuldigen an. Eines ist klar. Die einstudierten Roundhousekicks kannst du da mal vergessen. Die 2 grössten Probleme draussen sind immer > keine Zeit und kein Platz. Ist so. Trainiere danach und gewöhne dich dran. 

Video 11

War die Aktion der Frau angemessen ?
Was, wenn sie statt der Speisekarte eine Bierflasche in der Hand gehabt hätte ? Muss (müsste) sie mit strafrechtlichen Konsequenzen rechnen ? Ist das nicht unfair, mit einem Gegenstand in der Hand zuzuschlagen ? War der zweite (finale) Schlag mit der Karte gerechtfertigt ? Obwohl der Mann sie ja gar nicht mehr physisch angegangen ist ? Geschweige denn berührt hat ?

Video 12

Eine typische Situation auf der Straße
Die verbale Entwaffnung funktioniert erstaunlich gut. Wer dies nicht gewohnt ist oder noch nie erlebt hat, kann sehr schnell in eine Schockstarre verfallen.
Ziel dieser verbalen Attacken (inklusive der Intonation und entsprechenden Körpersprache dazu) ist eine im Vorfeld erreichte Kapitulation des Gegenübers. Denk dir mal den Balkon weg und diesen Mann vor dir am Gehsteig. 2 Meter entfernt. Ausschlaggebend sind zumeist die Körpersprache und Intonation. Auch unter diesem Stress sollte man seine Skills abrufen können.  Ist wie bei Polizeipferden. Wenn diese nicht schusssicher (gehen nicht durch bei plötzlicher Lärmentwicklung) sind, werden diese ausgemustert.  Hier das selbe. Wenn du vor den  Einschüchterungen (nehm ich mal an) kapitulierst, wird es schwer, deine jahrelang geübten Techniken überhaupt umzusetzen. Thematisiere und vor allem trainiere das in deinem Training. Auch einen eventuellen Übergang vom Verbalen in den physischen Bereich.  

Das sind typische Trainingsszenarien, welche ständig geübt werden müssen. Somit wird auch der Rechtsunsicherheit der Trainierenden vorgebeugt. 

Obiges Beispiel (ohne Geländer und vor dir am Gehsteig) fällt unter die Kategorie „Kontaktmanagement“ oder „Interviewphase“.

Eine der häufigsten Situationen auf der Straße.

Video 13

Du bist der Brillenträger mit den Kopfhörern. Oder der im weissen Hemd. Was tun ?
Nach Befragung der Zeugen nacher gab die überwiegende Mehrheit an, es handelte sich lediglich um einen Faustkampf. Inklusive Gerangel vorher. Das Blut haben sie erst nachher bemerkt.
Das ist beispielsweise damit gemeint, wenn Leute ihre „sportskills“ (oder was auch immer) in freier Wildbahn testen wollen. Alles spielte sich auf engem Raum, in einem fahrenden Bus und großteils innerhalb einer Armlänge ab. Das ist die typische Distanz in einer Konfrontation. Hier noch zusätzlich räumlich eingeschränkt. Trainiere das !
Eine kleine Info: Das Gegenüber interessiert es relativ wenig, welchen sportlichen Background einer hat. Der typische Faustkampf draussen ist zwar sehr ehrenhaft, fraglich nur, ob das Gegenüber das auch so sieht. Oder doch lieber eine Abkürzung nimmt.
Noch mal: Es gibt genug Leute, die keinen moralischen Kompass besitzen und demnach auch vor  extremer Gewaltanwendung nicht zurück schrecken.

Auch wenn das Video von Amerika stammt, gibt es Situationen mit Waffeneinsatz mittlerweile in jeder grösseren Stadt. Die Wiener U-Bahn Securitys und Polizisten tragen ja nicht zum Spass Stichschutzwesten. Schon mal überlegt, daß es überhaupt einer U-Bahn Security bedarf ? Unvorstellbar in den 70er-und 80ern. Zeiten und Gesellschaften ändern sich.
Keiner in dem Video registrierte, daß ein Messer  im Spiel war. Und selbst wenn, ist es fraglich, ob sie die Situation richtig einschätzen hätten können. Und die entsprechenden Handlungen setzen. Das Video wurde absichtlich ein paar Sekunden vor der Tatausführung geschnitten. Es gab Tote und Schwerstverletzte.(Plural !!!)

Hier geht es auch nicht um Schuldzuweisungen, sondern wie man beispielsweise ein Training mit dem Schwerpunkt „Messerabwehr“ aufbaut. Die meisten Messerangriffe verlaufen nach diesem Muster. Das Opfer wähnt sich meist in einem Faustkampf oder einer hitzigen Diskussion.  Selbst wenn es das Messer rechtzeitig sieht, hat es oft keine Idee, was zu tun ist. Wie auch ? Woher soll ein Laie oder Kampfsportler das wissen ?
Ist wie bei einem Schleuderkurs mit dem Auto. Dort werden dir auch in simulierten Extremsituationen die richtigen Anweisungen gegeben. Ditto in der SV. 
Die Trainierenden werden zuallererst dazu angehalten, auf Details zu achten. Damit lernt man Situationen einmal richtig einzuschätzen und minimiert so entscheidend den allgegenwärtigen Informationsmangel betreffend des Gegenübers. Das kann für die eigene Gesundheit nur zuträglich sein. 

Du kannst dich nur gegen etwas verteidigen, was du siehst oder registrierst !!!

Nebenbei: Messerabwehrtraining fängt nicht erst an, wenn dieses schon im Spiel ist. Näheres in den Workshops.

Video 14

Hättest du auch geholfen ?
Und wenn ja, wie ? Das Mädchen mit dem Fußtritt ist Kampfsportlerin und hat die Situation sehr gut gelöst.
Man sieht ihr deutlich an, daß sie mit sportlichen Mitteln agierte.
Eine überwundene Schlaghemmung ist hier absolute Voraussetzung. Damit ist nicht der Tritt an sich gemeint, sondern daß sie als „Erster“ zugeschlagen hat. Was ja so auch nicht wieder stimmt. Näheres erklärt dir jeder gute SV-Verein.
So etwas wird in der SV pausenlos trainiert. Und vor allem vermittelt, wann man schlagen kann und wann man muß. Diskutiere, ob dies gesetzeskonform war oder nicht. Begründe es ! Kommuniziere den Vorfall in Gedanken an Dritte (Polizei, Freunde, Richter…). Auch das sollte in jedem guten SV-Verein behandelt werden. Die Kommunikation nach einem Vorfall betreffend deiner (Nicht)Aktionen. Damit du im Extremfall auch vor dem Gesetz mit dem geringstmöglichen Schaden davon kommst.

Video 15

Unterschied SV und Kampfsport
Ab wann fängt die SV an ? Ab Sekunde 16. Viele verwechseln SV immer wieder mit den ersten Sekunden in diesem Clip. Das ist nicht grundsätzlich falsch, aber wenn du ehrlich bist, wollen sie es einfach so sehen, weil es so gut in ihre Vorstellungen passt. Ab Sekunde 16 ändert sich die Dynamik entscheidend von einer taktisch geprägten Sportplattform hin zu einer emotionell-aufgeladenen. So wie es draussen eben ist, wenn beispielsweise in der U-Bahn einer aggressiv auf dich zukommt. 
Der Schwinger in der 27sten Sekunde ist recht typisch in freier Wildbahn. Aggressiv, mit Anlauf, Intention und alles in einen Schlag gelegt. Obwohl oder trotzdem das ein Kampfsportler ist !!! So etwas wirst du auch nie in einem Wettkampf sehen. Berechtigterweise.
Keiner kommt draussen wirklich mit einer Jab-Cross Kombination an. Warum sollte auch draussen einer jabben, wenn sowieso „alles offen“ ist. Der will nur voll auf die Rübe hauen. Thats it.
Sieh dir einfach mal einen Boxkampf nach einem strittigen Urteil an. Wie die Kontrahenten nachher aufeinander einschlagen. So wie im Ring ? Sicher nicht, obwohl die täglich stundenlang ihre Schlag-Combos üben. Nach spätestens ein paar Sekunden sind jene ineinander verkeilt. Ist meist eine Mischung aus Halten und Schlagen. Draussen (ohne Regeln…frei von der Leber weg) ist eine komplett andere Dynamik. Sieh dir noch mal den Schwinger an. Der Laie sagt natürlich „..so kommt keiner auf einen zu…“. Weil er noch immer das durch sportliche Regeln geformte Bild im Kopf hat. Schwerer Fehler. Und im Fernsehen die Boxkämpfe einfach so nicht aussehen. Das stimmt auch. Sieh dir mal MMA-Kämpfe aus den 80ern und heute an. Das wurde inzwischen total versportlicht mit Gewichtsklassen und Regeln. Es gibt heute alleine an die 30 Regeln im MMA, welche den menschlichen Körper betreffen (also wo und wann man nicht hinschlagen darf). Früher waren lediglich Augenstechen und Kehlkopfschläge verboten. Da kämpfte noch der 80-Kilo Mann gegen den 200 Kilo Sumoringer. Heute unmöglich. Es war zwar damals auch nicht so wie draussen, jedoch wesentlich näher dran als heute. Die Verletzungsrate spiegelte dies natürlich dementsprechend wider.
Merke: Die Dynamik ausserhalb des Rings ist eine komplett andere als im Ring. Bilde dir selber eine Meinung. Das ist ungefähr so, wie wenn ein Wettkampfschwimmer, welcher täglich 4 Stunden im Hallenbad trainiert, plötzlich 8 Minuten in einer Brandung schwimmen muss. Keiner, der halbwegs dicht ist, würde so etwas freiwillig tun, schon klar. Mit Wind, Wellen, Strömungen, Gischt, Untiefen, Quallen, Riffen, Panik, Angst und vielleicht noch mit Schuhen und voller Kleidung. Keiner, der halbwegs dicht ist, würde freiwillig einen Streit auf der Straße suchen. Aber keiner hätte ein Problem, ein paar Längen im Hallenbad zu schwimmen. Selbes Spiel. Nur das Leben ist nicht fair.
Ich bin kein Wettkampfschwimmer. Dennoch bin ich mir ziemlich sicher, daß er ums Überleben schwimmen wird. Und vor allem, weiß ich auch, was er nachher sagen wird. „Kein Vergleich…“ ist da bestimmt dabei. Natürlich hat ein Wettkämpfer bedeutend mehr Chancen als ein Laie. Was denn sonst. Aber der Schwimmer muß seine Techniken und antrainierten Bewegungsmuster den Verhältnissen und Parametern neu anpassen. Das ist der entscheidende Punkt.
Eines ist auch klar, um in der Analogie zu bleiben. In der SV schwimmst du nie in einem Hallenbad deine Längen ab. Unmöglich. Manchmal kämpfst du nur gegen die Strömung. Oder vielleicht musst du in voller Kleidung schwimmen. Mit Pech gegen alle negativen Einflüsse. Es ist wie es ist.

In Sekunde 35 wird der andere Kämpfer von hinten niedergestreckt.
Wenn du jetzt die Hande in die Hüften stemmst und ein „das ist ja unfair“ ausrufst, dann willkommen im Club. Meinst du nicht auch, daß alles ab der 16 Sekunde unfair ist ? Nur mal so in die Runde gefragt ?  Fairness und Sportsgeist gibts in den ersten 16 Sekunden des Clips auch Dank des Ringrichters. 3 Meter daneben (und teilweise im Ring, nachdem der Ringrichter sich verdrückte und die sportliche Bühne verlassen wurde) kam die aufgestaute Aggression und Gewalt in Form von fliegenden Sesseln, Tischen, Gläsern, Hockern, Flaschen, von hinten angreifen, Schwinger mit Anlauf, Chaos, Überzahlsituationen und Unübersichtlichkeit zum Ausdruck. Damit befasst sich beispielsweise die SV. Alle Konfliktsituationen, welche die sportliche Bühne verlassen und mit Gewalt in den verschiedensten Ausprägungen agieren.
Wenn du jetzt von einer SV-Ausbildung einen „Supermove“ erwartest, muß ich dich leider enttäuschen. Aber dort lernst du als erstes einmal zu akzeptieren, daß es solche Situationen wie im Clip ab Sekunde 16 und natürlich den anderen Videos wirklich gibt. In den verschiedensten Ausprägungen und Zusammenhängen. Sieh dir die Videos noch mal an. Passt da eines zu den ersten 16 Sekunden wie in diesem Video ? Glaub ich nicht.
Noch mal: Den Leuten ist das schnuppe, welchen sportlichen Background jemand hat. Sieht man ja auch schön auf diesem Videoclip. Die lassen ihrer Aggression und Gewalt freien Lauf. Ein Kämpfer wird mit dem Hocker attackiert und der andere von hinten niedergestreckt. Wichtig ist nur, daß du den Unterschied zwischen SV und Kampfsport registrierst. In der SV ist immer eine asoziale Komponente dabei. Immer. Weil dann kannst du dein Training und die Konzepte auch danach ausrichten und Lösungen erarbeiten.
Zur Info: „..ich hau halt hin und pass a bisserl auf, ob einer von der Seite kommt..“ ist da ein bisschen zu kurz gedacht.
Trainiere zumindest die Abwehr von solch einem Schwinger wie in Sekunde 27. Einer der häufigsten Angriffe draussen. Auch und gerade von Kampfsportlern.  Falls du Kampfsport trainierst, mache unbedingt weiter, da dieser die notwendigen Attribute (Schnelligkeit, Koordination, Kampfkraft, Schlagstärke, Willensbildung, Kondition usw.) fördert und trainiert. Geh zu den FAQs, dort wird das noch ein bisschen genauer aufgearbeitet und für den Laien klarer.
Und nimm zumindest den Unterschied zwischen SV und Kampfsport wahr und akzeptiere diesen. Damit ist für das persönliche Sicherheitsgefühl schon sehr viel getan, weil du dann auch Situationen besser einschätzen kannst. Das verbessert die Lebensqualität enorm.

Video 16

Hättest du den move auch am Radar gehabt ?
Oder wärest du eher beim  typischen “ na klar….des is ja gemein…unfair…hat ja nichts mit Sport zu tun…“ verblieben ?
Mildernd sollte man noch erwähnen, daß dies unter einer nicht unüblichen Rauferei im Sinne eines gegenseitigen Messens zu verbuchen ist. Also kein erhöhtes Gefahrenpotential oder gar eine SV-Situation dargestellt wird.
Nur daß eine Partei eben alle Mittel ausschöpft und  die andere „nur“ die sportlichen.
Grundsätzlich „gewinnt“ immer erstere Partei bei solcher Vorgangsweise. Der Griff in die Genitalien des anderen steht da stellvertretend für die Szenarien in den anderen Videos. Kein einziges Video hat eine faire Zugangsweise. Kein einziges. In der SV lernt man jedoch,  diesen Problemen adäquat zu begegnen.
Viele haben das „unfaire Kämpfen“ auch gar nicht am Radar oder im Hinterkopf. Das ist eines der Hauptprobleme in der SV. In einem westeuropäisch sozialisierten Leben kommt so etwas nicht vor. Gewalt, Unfairness, Gemeinheiten und anderes Ungemach überlässt man deshalb immer der anderen Seite. Selbst das Andenken von solchen Maßnahmen wird tunlichst vermieden. Geschweige denn im Notfall davon Gebrauch zu machen. Die anderen wissen das natürlich auch.  Das ist mitunter mit der sportlichen Plattform gemeint, welche ethisch und moralisch einen hohen Stellenwert genießt.
Zuallererst muß man in der SV lernen, daß draussen nichts fair ist. Gar nichts. Warum sollte sich jemand jetzt fair verteidigen, wenn er sowieso unfair angegriffen wird ? Das ist ungefähr so, wie wenn du zu einer Schiesserei mit einem Messer kommst. Das passt überhaupt nicht zusammen. Weil die Leute von ihrer Erziehung und Sozialisation einfach jahrelang dazu angehalten wurden, wenn überhaupt, „nur“ verbal und erst im Notfall von der sportlichen Plattform Gebrauch zu machen. Was nach unserem Wertekanon auch völlig richtig ist. Die Frage ist nur, ob das Gegenüber dies auch so sieht ? Darum müssen die Leute das „unfaire kämpfen“ meist erst erlernen, wobei sich dieses selbstredend mit der Gesetzeslage vereinbaren lassen muß. Das erhöht ihre Chancen weiters auf eine körperliche Unversehrtheit enorm. So etwas wird in der SV ständig thematisiert und natürlich auch trainiert.
Zur Info: Sich selbst mit allen Mitteln zu verteidigen und seinen Standpunkt auszudrücken macht aus einem Menschen kein asoziales Subjekt. Im Gegenteil, ist es doch ein Ausdruck von sozialer Kompetenz, wenn jemand eine Situation erfolgreich gemeistert hat. 
Stell dir eine 42-jährige Mutter in der oberen Position vor, welche auf einem 28-jährigen Mann darüber verzweifelt kämpft und in einem „Schwitzkasten“ so wie im Video festgehalten wird. Kurz vorher hatte der Mann ihren 10-jährigen Sohn angegriffen und das darauffolgende Gerangel ist das Ergebnis.
Falls jetzt welche sagen „…hätt ich auch gemacht wie im Video…wenns eng wird, brauchst keine Angst haben, da geh ich schon aufs Ganze…“, ist das zwar löblich, aber die Erfahrung zeigt doch, daß die meisten vor drastischeren Maßnahmen zurück schrecken. Oder besser gesagt gar nicht am Plan haben. Nicht mal „Finger verbiegen“, „in die Augen fahren“ oder Beissen kommt den meisten in den Sinn. Eben weil man es bei den sportlichen Wettkämpfen im Fernsehen auch nicht sieht. Und wenn doch, firmiert das immer unter „Skandal“ und abschliessendem Abbruch des Wettkampfes.  (Boxkampf Tyson – Holyfield – Ohr angebissen beispielsweise). Wie viele Leute waren beim Betrachten von Video 16 „entsetzt“ über die unfaire Herangehensweise ? Und wie viele über das hier skizzierte Beispiel mit dem Mann, der gerade eine 42-jährige Mutter abwürgt ? Ist das nicht mindestens genauso „entsetzlich“? Unfaire Methoden werden nur der anderen Seite zugestanden. Was ist da fair, wenn ein Mann eine Frau würgt ? Man versucht verzweifelt, den sportlichen Weg zu gehen. Und wenn dieser nicht reicht, was dann ?
Wenn es draussen eng wird, sucht der gemeine Verteidiger in seiner sportlichen Werkzeugkiste (vorzugsweise in seiner Kampfsportdisziplin) nach dem idealen Werkzeug. Der SV-Profi hingegen schöpft aus dem Vollen und sperrt sich beispielsweise einmal in seinem Auto ein, hält einen Sessel vor seine Brust, schreit aus kürzester Distanz in das gegnerische Ohr hinein oder agiert so wie in diesem Video gezeigt. Wenn ein Angreifer im vollen Lauf auf einen zustürmt, kann man nicht zu deeskalieren anfangen, sondern muß einmal den Schockmoment überwinden und mit der selben Intention das Problem lösen. Umgekehrt kann man auf einer Grillparty mit 30 Leuten einem aufdringlichen Angeheiterten nicht  die Nase vor allen Leuten brechen. Da stimmt die Verhältnismäßigkeit nicht und man bewegt sich somit auch nicht mehr im gesetzlichen Rahmen. Das lernt man aber alles in der SV. Der Kontext bestimmt den Inhalt. Immer. Jeder gute Richter weiß das auch.
Natürlich trainiert man so etwas nicht so wie im Video. Weil dann kommt keiner mehr zum Training 🙂 Nur sollte man „auch“ die verschiedenen „unfairen“ Optionen den Leuten aufzeigen, um eine Gefahr abwenden zu können. Im sportlichen Bereich gibt es eben Grenzen. Ein 43 Kilo Mädchen wird schwer einen Schulterwurf bei einem 90 Kilo Typen zustande bringen. Genauso wie sie schwerlich diesen K.O. schlagen kann. Noch dazu ohne Handschuhe. Da gehören mitunter andere Konzepte her, welche den Leuten Werkzeuge mitgeben, um ihre Unversehrtheit (oder die anderer) so teuer wie möglich verkaufen zu können. Vielleicht muß man auch Sachen machen, die fürchterlich, aber absolut notwendig sind. Man kann es immer wieder nur wiederholen: Es gibt genug Leute draussen, die keinen moralischen Kompass besitzen und auch so handeln. Die attackieren Leute mit Hockern, von hinten oder gleich mit Stehtischen und Flaschen. Siehe Video 15. Es ist, wie es ist.
Als Gegengewicht solltest du zumindest mit deren Herangehensweise vertraut sein. Dann kennt man schon mal mögliche Problemsituationen und kann sich dann idealerweise rechtzeitig der Gefahr entziehen. Das ist der Plan.

####################################################################################################################
Fazit: Alle oben gezeigten Videos geben einen recht bunten Mix der verschiedenen Konfliktsituationen auf der Straße wider. Von harmlosen Schubsereien, mit eingeschränkten Räumlichkeiten, Deeskalationsbemühungen, verbalen Entgleisungen, Raufhandel, Schockmomenten, bis zu  lebensbedrohlichen Situationen.  Habe Lösungen dafür, falls du Selbstverteidigung trainierst. Physisch, deeskalierend oder sich der Gefahr entziehend. Ziel sollte immer die möglichst rasche Unterbindung eines unrechtmäßigen Angriffes auf dich (oder Dritte) sein.

Eines ist sicher. Jeder unrechtmäßige Angriff auf der Straße ist gewalttätig und unfair. Alleine schon deshalb, weil das Einverständnis vom Angegriffenen fehlt.

Selbstverteidigung ist kein Sport. Das sollte nach diesen Videos klar sein. Fairness, Ethik, Moral und Sportsgeist zeichnen den Sport aus. Dort geht es hauptsächlich um das Gewinnen. In der Selbstverteidigung um die persönliche Sicherheit. Natürlich hat Kampfsport seinen Platz und kann als Basis verwendet werden. Nur für die Straße muß dieser entsprechend adaptiert werden. Selbstverteidigung gehört demnach auch nicht in den Ring. Es ist auch nicht dafür gemacht. Sondern für alles außerhalb der Sportplattform. So wie auf den Videos gezeigt. Die Zielsetzungen sind einfach zu verschieden.

Abschliessend kannst du noch die nachfolgenden Fragen für dich beantworten. Diese Fragen und deren Lösungen bilden die Grundlage jeder guten Selbstverteidigungsausbildung. 

Einer deiner Freunde ist angeheitert und stänkert gerade ein paar andere an. Wie reagierst du ?

Du siehst auf der Straße einen Mann, der eine Frau schlägt. Was machst du ?

Du schreist den Mann von der Weite an und dieser kommt jetzt wie in Video 1 auf dich zu. Was jetzt ?

Im Lokal stellt sich dir einer plötzlich aggressiv in den Weg. Ganz nahe wie in Video 3. Hände sind unten. Was machst du ?

Du findest eine Waffe am Gehsteig. Was machst du ?

Du bist 56 und hast dir das Kreuz verrissen oder die Wade gezerrt. Ein Typ kommt wie in Video 1 auf dich zu. Was jetzt ?

Du kommst ums Eck und siehst eine Person blutend am Boden liegen. Was machst du ?

Du hast ein Streitgespräch und das Gegenüber greift plötzlich in die Hosentasche. Was machst du ?

Einer kommt aggressiv und gestikulierend auf dich zu. Ziemlich schnell, wie in Video 1. Mit einem Messer in der Hand.Was machst du ?

Darfst du als Zivilist jemanden am Boden fixieren ? Ihn fesseln ?

2 Leute raufen am Bahnsteig. Was machst du ?

Ein Streitgespräch. Andere Person geht zum Auto und greift unter Fahrersitz. Was machst du ?

Du hältst eine Person am Boden nieder. Seine Freundin kommt mit Stöckelschuh in der Hand angerannt. Was machst du ?

Du bist auf der Tanzfläche und eine Person hält dich wie in Video 14 am Arm fest. Was machst du ?

Deine Befreiungstechnik klappt nicht. Was machst du jetzt ?

Auf einer Grillparty wird einer „ungut aggressiv“. Wie löst du das ?

Du siehst eine laute Gruppe Jugendlicher am Gehsteig 50 Meter vor dir. Was machst du ?

Du bemerkst, daß dich jemand verfolgt. Wie reagierst du ?

In der U-Bahn stänkert einer Passagiere an. Was machst du ?

Der Stänkerer kommt in deine Richtung. Was machst du ?

Du hast jemanden in Notwehr zu Boden geschlagen. Polizei ist vor Ort. Was sagst du ?

Streitgespräch. Der andere kommt näher. Du stößt ihn weg. Er stürzt, schlägt mit Kopf auf und bleibt liegen. Polizei ist nun vor Ort. Was sagst du ?

Du betrittst ein Lokal und einer fixiert dich mit seinem Blick. Wie reagierst du ?

Konfliktgespräch. Du hältst den anderen mit deinen Händen auf Abstand. „greif mich nicht an !!“ schreit der andere dich an. Was machst du ?

Jetzt schlägt er auch noch auf deine wegdrückenden Hände. Was nun ?

Du schlägst ihm ins Gesicht, er weicht zurück und ruft den Gaffern zu: ..er hat als erster zugeschlagen…Hilfe, Polizei“. Wie reagierst du ?

Polizei ist vor Ort. Was sagst du ?

Ein 100 Kilo Mann wird gegen dich (50 Kilo Frau) übergriffig. Wie sieht dein Plan aus ?

An der Theke legt ein Angeheiterter seinen Arm um deine Schulter. Wie reagierst du ?

Obwohl passiv, freundlich und friedliebend, wirst du physisch angegriffen. Was machst du ?

Selbe Situation. Nun hat das Gegenüber aber eine abgebrochene Bierflasche in der Hand. Was nun ?

Du bist alleine in der U-Bahn und wirst belästigt. Was ist dein Plan ?

Du sitzt in der Arbeit am Empfang und jemand steht wie in Video 12 so vor deinem Schreibtisch. Was nun ?

Im Restaurant hattest du einen heftigen Streit mit anderen Gästen, welche gerade hinausgeworfen werden. Sie drohen dir, dich draussen abzupassen. Was machst du ?

Ihr steht im Pub und ein Fremder kommt dazu, hört ein bisschen mit  und zieht dann ein Messer wie in Video 6. Was jetzt ?

Jemand packt dich am Revers, ohne daß er dich schlägt. Was machst du ?

Du merkst, daß deine verbalen Deeskalationsversuche nicht fruchten. Der physische Übergang steht unmittelbar bevor. Was machst du ?

Hitziges Streitgespräch. Dutzende Leute herum, die zum Teil mitfilmen. Du brauchst Hilfe. Was machst du ?

Übergang verbal zu physisch. Gegenüber hat dich gerade weggestossen und kommt nach. Was ist dein Konzept ?

Du bist ein 2m grosser Kampfsportler und ein 14-jähriger mit 55 Kilo geht dich an. Was machst du ?

Jetzt hat der 14-jährige eine Schere in der Hand und geht dich an. Was nun ?

Ein unbewaffneter Mann will dich 50 Kilo Frau attackieren. Darfst du mit einem Aschenbecher auf seinen Kopf schlagen ?

Du gibst deine Hände rauf und schreist dem Herankommenden ein STOP! zu. Der andere kommt trotzdem näher. Was weisst du jetzt und was machst du vor allem ?

Du bist 54, hast kaputtes Knie und bist nicht sehr fit. Jemand rempelt dich absichtlich an. Was machst du ?

Du hilfst einer Frau auf der Straße wie in Video 14. Plötzlich wendet diese sich gegen dich. Was machst du ?
#############################################################################

Falls du auf obige Fragen die richtigen Antworten hast, gratuliere. Sofort, wohlgemerkt. Binnen Sekunden. Darum gehts. Wie schon erwähnt. Die 2 grössten Feinde auf der Straße sind kein Platz und keine Zeit.

Diese Fragen werden in der Selbstverteidigung immerwährend thematisiert und entsprechend trainiert. Mit gesetzeskonformen Lösungen.
Du siehst ja in den Videos selber, daß sich Situationen binnen Sekunden aufbauen können. Da gibt es kein Zeitpolster, um seine Aktionen vorerst mit der Gesetzeslage abzuwägen. Oder den richtigen Stand einzunehmen, sich Sportkleidung.-und Schuhe anzuziehen und dann aufzuwärmen.

Wenn man jedoch im Vorfeld seine Rechte und Möglichkeiten kennt, gibt es auch kein Zögern, keine Unsicherheit in seinen Aktionen und eine daraus entstehende Unentschlossenheit. Auch das weit verbreitete „…nur nicht wehren, sonst wird es noch schlimmer…“ als einzige Option kann man natürlich machen. Die unmittelbare Folge davon ist jedoch, daß man für die Zukunft ein potentielles Opfer bleibt. Zudem präferiert die andere Seite solche Personen. Gewalttäter draussen suchen keine Gegner, sondern Opfer.

SV hat auch die Aufgabe, Leute weg vom Opferstatus zu bringen. „Sei kein Opfer“, ist kein geflügeltes Wort, sondern spiegelt vor allem eine innere Haltung wider.

Noch einmal: Das sind  die typischen Problemstellungen, welche in jedem guten Selbstverteidigungsverein abgehandelt werden. Die Beispiele sind auch sehr repräsentativ für Zivilpersonen. (Ausser Video 5).
Falls du Selbstverteidigung trainierst, solltest du Antworten auf die Fragen und Videos haben. Auch wenn du nicht SV trainierst, zumindest einen Plan haben. Vielleicht mußt du einmal jemand anderem helfen ? SV ist wie ein Autounfall. Eine Ausnahmesituation. Als Autofahrer macht man auch zumindest einmal einen Schleuderkurs, um zu lernen, wie man ausserhalb der Komfortzone die entsprechenden Aktionen setzt. Die SV verfolgt ein ähnliches Konzept. Nämlich Leute auf ungesetzliche, gewalttätige  Angriffe gegen Leib und Leben vorzubereiten.   Thats it.

mail: info@kadima.atUnt